Kabarett Eldorado Berlin

Der Schöneberger Kiez bot 1919 die Filmkulisse für Anders als die Anderen, dem ersten Aufklärungsfilm zum Thema Homosexualität, der das Schicksal eines schwulen Klavierspielers beleuchtet, welcher sich aus Furcht vor seinem Erpresser, das Leben nimmt.
Das Nachtclubkabarett Eldorado, im Art-Deco-Stil eingerichtet und als "Herrenlokal" bezeichnet, befand sich im Herzen von Berlin. Während der 20er und 30er Jahre war es ein Ort der Begegnung für Lesbier, homosexuelle Männer, Transvestiten, Transsexuelle beider Geschlechter, Touristen, Künstlergrößen und sogar Berühmtheiten wie Marlene Dietrich oder Claire Bendow, die sich hier nächtelang amüsierten. Das Eldorado war zwar nur ein Lokal von vielen dieser Art, aber es war das populärste. Berlin erfuhr eine homosexuelle Wandlung aufgrund der Studien, die vom Magnus-Hirschfeld Institut in der zu dieser Zeit stattfanden, was ein besseres Verständnis gegenüber "anders" lebenden Menschen zur Folge hatte.
Wer das Wohnhaus (Nr. 17), in dem der englische Literat Christopher Isherwood von 1929-1933 in einer Pension lebte, sehen möchte, biegt zunächst in die Eisenacher Straße und dann in die Nollendorfstraße, einer Querstraße ab. Isherwood, Nachtschwärmer in Berlins Schwulensubkultur, verarbeitete nachdem er Deutschland bereits verlassen hatte, die Eindrücke seines Berlinaufenthalts in den beiden Büchern: "Mr. Norris steigt um" und "Goodbye to Berlin". Letzteres diente später als Vorlage für den Welterfolg des Musicals "Cabaret".